
Zusammenfassung : Het onderwijzeresje
Felicie Jehu
Kapitel 3
Herr van Welderen liegt auf seinem Ruhebett im Wohnzimmer, wo er seit einem schweren Sturz vom Pferd, der seine Offizierskarriere vorzeitig beendete, täglich verweilt.
Der Unfall machte ihn zum Invaliden, der unter ständigen Schmerzen leidet und kaum gehen kann. Neben den körperlichen Gebrechen belasten ihn erhebliche Geldsorgen, da er mit einer kleinen Pension eine fünfköpfige Familie ernähren und erziehen muss. Zwar versucht er, durch das Schreiben militärischer Skizzen und Übersetzungen etwas hinzuzuverdienen, doch heftige Schmerzen hindern ihn oft daran. Dennoch bewahrt er dank seines unerschrockenen Charakters, der Unterstützung seiner tatkräftigen, optimistischen Ehefrau und der Fröhlichkeit seiner Kinder seinen Lebensmut.
An diesem Donnerstag ist die Anspannung im Haus besonders hoch, da die älteste Tochter, die neunzehnjährige Mathea (Thea), ihre Prüfung für das Englisch-Zertifikat ablegt. Bereits im April hatte das fleißige Mädchen sein Diplom als Grundschullehrerin erworben, um schnellstmöglich Geld zu verdienen und den Vater finanziell zu entlasten. Herr van Welderen ist so unruhig, dass er sich auf nichts konzentrieren kann. Seine Frau setzt sich zu ihm, um ihn zu beruhigen, und obwohl auch sie insgeheim besorgt ist, gibt sie sich zuversichtlich. Sie betont, wie sehr Thea eine Pause verdient hat, und erwähnt, dass die Tochter nach der Prüfung vorübergehend den Unterricht des kleinen Nico übernehmen will, da der Vater sich wegen seiner Schmerzen und mangelnder Geduld dafür nicht eignet. Herr van Welderen quält sich jedoch mit dem Gedanken, dass seine Tochter das Schulgeld für ihren Bruder verdienen muss, während er selbst scheinbar nutzlos darniederliegt.
Bald darauf stürmen die Söhne Jan und Nico herein. Jan beobachtet die Straße vom Fenster aus und entdeckt schließlich Thea und ihre Schwester Ita in der Ferne. Als er sieht, dass Thea aufgeregt mit einem weißen Papier winkt, ruft er begeistert aus, dass sie die Prüfung bestanden hat. Die Mutter eilt zur Haustür und führt die glückliche Thea ins Wohnzimmer, wo sich Vater und Tochter unter Freudentränen tief bewegt umarmen. Nico überreicht seiner Schwester einen vorbereiteten Rosenstrauß, obwohl er dem Vater gesteht, dass er lieber eine richtige Schule besuchen würde, statt von seiner Schwester unterrichtet zu werden.
Thea berichtet enthusiastisch von den fairen Prüfern und ihrem Erfolg. Zur Feier des Tages bringt die Mutter Eierlikör und Kekse ins Zimmer. Die ausgelassene Freude führt zu einem fröhlichen Durcheinander, bei dem Ita den Vater so stürmisch umarmt, dass die Mutter sie zur Vorsicht mahnen muss. Mitten in den Feierlichkeiten läutet die zehnjährige Bets ungeduldig an der Tür. Als Jan ihr die Erfolgsnachricht zuruft, betritt sie erleichtert das Zimmer. Sie gratuliert Thea und gesteht mit kindlicher Offenheit, dass sie in der Schule bereits stolz von der Prüfung und dem angekündigten Eierlikör erzählt habe; ein Durchfallen ihrer Schwester wäre ihr vor ihren Mitschülern äußerst peinlich gewesen. Zufrieden leert sie ihr Glas, während die Familie den gemeinsamen Erfolg feiert.
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